Heute Abend doch nicht in „Studio 2“

Veröffentlicht: 1. Februar 2021 in Uncategorized

Das war ja wohl eine augewachsene Nullnummer. Die sinnloseste Fahrt meines Lebens. Um 14:00 die Westbahn nach Wien bestiegen. In Attnang am Bahnsteig Grüppchen von Jugendlichen, die sich gar nichts scheißen, die Maske am Hals tragen und in den Rauchverbotszonen pofeln (Augen auf, Security!). Dann ein Anruf: Die Pressekonferenz der Regierung wird sich verzögern, „Studio 2“ wird gekürzt, aber ich komme auf jeden Fall dran. Ich glaube noch an meine Chance, aber glauben heißt bekanntlich nix wissen.

Nach Ohrtemperaturmessung (36,0) im Studio in Wien-Liesing (scheußliche Gegend, möchte man nicht tot am Gartenzaun hängen. Obwohl, Gärten gibt es dort sowieso nicht) erfährt man über auf Großbildschirm laufendes ORF2, dass die Regierung erst um 18:00 geruhen wird, uns gnädigst darüber zu informieren, was Landeshauptmann Haslauer – noch bei Sonnenschein – eh schon erzählt hat. Danach wird uns noch mehrmals von verschiedenen Seiten vorhergesagt, was wir um 18:00 erfahren werden. Die für mein Interview zuständige Redakteurin schmeißt sich noch einmal ins Zeug, erreicht aber leider nichts – auch im Studio 2 wird nur über Covid geredet. Ein älterer Herr meint, er möcht nicht mit Astra-Zeneca geimpft werden, weil von Billigprodukten hält er generell nichts. Der Mann auf der Straße mutiert zum Impfexperten. Jedem Befragten gleiten die Namen der beteiligten Pharmakonzerne so flüssig über die Lippen, als hätten sie jahrelang nichts getan als sich in Pharmakologie zu habilitieren.

Natürlich tut es allen leid, dass ich umsonst nach Wien gereist bin, und es wird mir ein Ersatztermin für ein Gespräch über mein Buch versprochen. Wenigstens was.

Am Hauptbahnhof, vor dem McDonalds, quellen die Papierkörbe über, weil ja alle nur auf der Straße essen dürfen. Vuelleicht sollte der Verursacher auch einmal in Betracht ziehen, seinen Hintern hochzukriegen und den von ihm verteilten Müll wegzuräumen. Umsatzersatz kassieren, ja. Müll wegräumen, nein. Ich begnüge mich mit einem Schinken-Ei-Croissant von Anker.

Umsonst ist die Reise doch nicht gewesen. Ich habe endlich Zeit gefunden, mit der endgültiigen Überarbeitung von „Letzter Knödel“ zu beginnen, dem 9. Gasperlmaier-Krimi. Er soll noch vor der Frankfurter Buchmesse im Oktober erscheinen. Ha – Buchmesse im Oktober: Ihr erkennt den unverbesserlichen Optimisten!

Und übrigens: Mir ist es scheißegal, womit ich geimpft werde. Irgendwann wird alles gut. Nur, ähem, den russischen Sputnik, wenn’s denn geht, den muss ich nicht unbedingt haben. Da würde ich sogar den Bürgermeistern, was rede ich, allen Politikern den Vortritt lassen!

Kommentare
  1. Eva Wörister sagt:

    Tut mir sehr leid, dass Sie heute quasi Corona- Opfer geworden sind. Ich habe soeben Ihr neuestes Buch mit großem Vergnügen gelesen und hätte Sie sehr gerne heute im Fernsehen erlebt. Wann wird der Beitrag nachgeholt? Außerdem würde mich interessieren, ob Sie im Spätsommer/Herbst 2021 Lesungen machen, soweit das bis dahin möglich ist.

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