Archiv für November, 2012

OÖN, 9.11.2012

Veröffentlicht: 29. November 2012 in 3 Presse, 4 Rezensionen
Der Loser als Schicksalsberg
OÖN Textarchiv 09.11.2012
Der Loser als Schicksalsberg
Krimi I: Zweiter Streich des Schwanenstädters Herbert Dutzler
Von Reinhold Tauber

Nach seinem Debüt „Letzter Kirtag“ führt uns der Lehrer und Krimi-Autor Herbert Dutzler wieder ins Salzkammergut, die Landschaft um Aussee wird zur düsteren Szene, mit Ausstrahlungen bis Bad Ischl. Zwei Tote an einem Vormittag, mit denen man sich amtlich herumschlagen muss? Das ist doch der Gipfel. Das meint nicht nur der Polizei-Inspektor Gasperlmaier in Aussee, sondern auch sein Postenkommandant Friedrich Kahlß, und das meint auch die (wieder) zur kriminalistischen Klärung aus dem Bezirkskommando Liezen hierher kommandierte Frau Doktor Kohlross. Der Gipfel ist nicht nur im übertragenen Sinn einer, sondern auch tatsächlich. Es ist der unwirsche Loser, der über Altaussee dräut. Er wurde in (vorderhand) zwei Fällen auch der Schicksalsberg von Losern im angelsächsischen Wortsinn, die an seinen Schrofen ihr Leben verloren durch fremde Nachhilfe. Die (vorderhand) zwei Leichen an einem Vormittag waren jene von Frauen: eine (in der Chronik der Geschehnisse) ältere, nur mehr in Bruchstücken aufzusammeln, und eine (in der Chronik) jüngere, nicht mehr schön anzuschauen.

Lieber eine Leberkäs’-Semmel

Mit diesen Entdeckungen müssen sich die Kriminalisten jetzt herumschlagen, es werden noch weitere Beschäftigungs-Fälle hinzukommen. Die drei Erwähnten sind die Kerntruppe in Dutzlers Szenario, schon aus „Letzter Kirtag“ bekannt: der Inspektor Gasperlmaier, der lieber eine Leberkäs’-Semmel in der Hand und ein Bierglas in Griffweite hat als Carpaccio auf dem Teller und ein langstieliges Weinglas daneben; der Kommandant Kahlß, der seine letzten zwei Dienstjahre aussitzt mit der täglichen Hoffnung, es unterbreche kein Drama die Berufs-Geruhsamkeit; und die Kriminalistin Kohlross, als Fachfrau dynamisch und als Frau an sich ansehnlich, was den Gasperlmaier im engen beruflichen Kontakt in emotionale Unruhe versetzt. Drum herum: Feuerwehrleute, Rettungsmänner, die Familie Gasperlmaiers, Volk.

Ausgespannt zwischen Ischl und Aussee ist die zuweilen abenteuerliche Klärungsarbeit, spielt in Pädagogen- und Tourismusbereichen, der Loser immer zentraler Punkt. Der Text hurtelt so gschaftig durch die Seiten wie einst das Salzkammergut-Lokalbähnchen durch die Landschaft zwischen Ischl und Salzburg (ewig schad’ drum, der Schmalspur-Schienenstrang wäre heute eine touristische Goldader …). Unterhaltsam, locker, farbig. Schon nach dem zweiten Buch-Streich hat man die Figuren liebgewonnen, denen man sicher später auch noch begegnen wird, denn, wie flucht Frau Dr. Kohlross? „Ich werd’ noch wahnsinnig mit euch Ausseern! Wollt ihr euch gegenseitig ausrotten? Genügt es euch nicht, dass hie und da einer von selbst vom Berg herunterfällt …?“ Es ist anzunehmen, dass ihre Schluss-Ermahnung nach Enttarnen der Täter in diesem Fall wohl wenig Wirkung zeigen mag: „Und schauen Sie mir drauf, dass im Ausseerland nicht so viel gemordet wird!“ Ich nehme an, sie wird wohl auch später wieder von Liezen nach Aussee reisen müssen – zum Leidwesen der Polizisten und zur Freude der Leser. Das Ganze in Summe: Bekömmliche, leichte belletristische Zwischenmahlzeit.

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OÖN, 16.11.2012

Veröffentlicht: 29. November 2012 in 3 Presse

OÖN, 16.11.2012, Gerhard Hüttner

VÖCKLABRUCK. Der Vöcklabrucker Jeff Maxian und der Seewalchener Erich Weidinger haben mit „Mords-Bescherung“ einen Krimisammelband zusammengestellt, der Die Spannung steigt mit der Nähe zum Tatort: Die Heimatkrimis boomendas Zeug zum Bestseller hat. Bereits wenige Tage nach dem Erscheinen wanderten 1500 Bücher über den Ladentisch.

Dass Heimatkrimis im Trend liegen, bestätigt der Vöcklabrucker Buchhändler Michael Neudorfer. Er führt das auf die Wiederentdeckung des eigenen Umfelds in einer globalisierten Welt zurück. Neudorfer geht davon aus, dass nach dem Krimiboom auch andere Romanautoren auf den Lokal(be)zug aufspringen werden.

Wann kommt der neue Dutzler?

Mit seinen Altaussee-Krimis „Letzter Kirtag“ und „Letzter Gipfel“ hat auch der Schwanenstädter Autor Herbert Dutzler Publikumserfolge gelandet. Sein jüngstes Buch ist seit Monaten in den Taschenbuch-Bestsellerlisten vertreten. Dutzlers jüngster Fall mit dem ungeschickten, aber liebenswürdigen Polizisten Gasperlmaier ist erst seit Sommer auf dem Markt. Dennoch können die Leser kaum auf die Fortsetzung warten: „Wann kommt der neue Dutzler-Krimi?“, wurde Buchhändler Neudorfer vor wenigen Tagen gefragt. „Vor wenigen Jahren wäre er vielleicht auf ein Zehntel der jetzigen Verkaufszahlen gekommen.“

„Der Regionalbezug bei den Krimis ist momentan sehr stark“, sagt auch Jeff Maxian. Er hat mit dem Seewalchener Buchhändler Erich Weidinger auch den Krimi-Sammelband „Mords-Zillertal“ herausgegeben, der mittlerweile in der dritten Auflage erscheint. Nach den Erfolgen denkt das Duo bereits an weitere Projekte. „Es wird sicherlich auf dieser Schiene noch etwas geben“, will Maxian aber noch nichts Konkretes verraten.

„Hauptsache es wird gelesen“

Die Schauplätze des Verbrechens rücken also immer näher zum Leser, und mit der Nähe zum Tatort steigt die Spannung. Michael Neudorfer beobachtet den Boom nicht unkritisch, stellt Lokalkolorit und literarische Qualität gegenüber. „Ich habe kleine Sorgenfalten auf der Stirn, weil oft die literarische Qualität nicht Schritt halten kann.“ Der Buchhändler macht dafür die Verlage verantwortlich, „die viel beim Lektorat sparen“. Es werde oft nicht sorgfältig genug gearbeitet, befindet er, die Qualität sei oft sehr miserabel. Trotz der kritischen Töne sieht es Neudorfer pragmatisch: „Hauptsache, es wird gelesen.“

Verbrechen zwischen Weihnachtspäckchen

Weihnachtskrimis aus den Alpen haben Erich Weidinger und Jeff Maxian gesammelt, die auf die Weihnachtszeit einstimmen. Doch statt glitzernden Schnee und heimeligen Abenden in gemütlichen Stuben bietet „Mords-Bescherung“ zwischen Weihnachtspäckchen und Weihnachtsbaum perfide Verbrechen.
Mit Geschichten sind im Buch unter anderen Beate Maxian aus Vöcklabruck, Herbert Dutzler aus Schwanenstadt vertreten. Christoph Wagner, Österreichs ehemaliger Gourmetpapst, ist mit einem skurrilen Text zum „Weihnachtsmann“ dabei, Bio-Gärtner Karl Ploberger aus Seewalchen hat einen Kurzkrimi rund um Gustav Klimt beigesteuert. Zu lesen gibt es weiters Texte von den Schriftstellern Hans Eichhorn aus Attersee und dem gebürtigen Desselbrunner Rudolf Habringer sowie von den Herausgebern Erich Weidinger und Jeff Maxian. Das Buch ist im Emons-Verlag erschienen und um 10,20 Euro erhältlich.
Nach der Präsentation am Sonntag in Wien gibt es auch am 27. November eine Vorstellung in Vöcklabruck im Kulturcafé Mayr (19 Uhr), bei der Herbert Dutzler, Beate Maxian, Volker Raus und Ernst Schmid sowie die beiden Herausgeber lesen werden.
Erich Weidinger ist Autor und Buchhändler in Seewalchen am Attersee. Er hat etliche Publikationen rund um die österreichische Sagenwelt, ein Kinderbilderbuch „Moritz und der Dirigent“ sowie Kurzkrimis in diversen Anthologien veröffentlicht.
Jeff Maxian arbeitet im Bereich Medien- und Kulturmarketing und ist Gesangssolist im Bereich Jazz/Rock/Crossover. Als Tourneeproduzent und Konzertagent hatte er mit internationalen Größen des Showbusiness zu tun.

Mords-Bescherung

Veröffentlicht: 27. November 2012 in 2 News

Mords-Bescherung: Weihnachtskrimis aus den Alpen.

Mein Beitrag: „Wolfgangseeer Advent“

Weihnachten in den Alpen. Glitzernder Schnee, klirrende Kälte, heimelige Abende in gemütlichen Stuben … herrlich besinnlich. – Es gibt aber auch die andere Alpenweihnacht. Die, die uns den Schauer über den Rücken jagt. Dort, wo zwischen Weihnachtspäckchen und Weihnachtsbaum perfide Verbrechen stattfinden. Wo das Böse vor dem Familienverband oder dem Adventsmarkt nicht haltmacht. Wo Christkind, Weihnachtsmann oder die Heiligen Drei Könige Zeugen schauerlicher Verbrechen werden. Ein kriminalistisches Sammelsurium rund um Weihnachten. Geschichten, Texte, Lieder – das Weihnachtsfest in einer neuen, spannenden Perspektive. Mit Beiträgen von Lena Avanzini, Herbert Dutzler, Hans Eichhorn, Angela Eßer, Nici Förg, Brigitte Glaser, Rudolf Habringer, Manfred Koch, Beate Maxian, Jeff Maxian, Harald Mini, Andreas Pittler, Theo Pointner, Karl Ploberger, Thomas Raab, Volker Raus, Heidi Rehn, Gabriele Rittig, Ernst Schmid, Jutta Siorpaes, Christoph Wagner, Erich Weidinger, Andy Woerz